Was ist Enkopresis?
Von Enkopresis spricht man, wenn ein Kind, das die Sauberkeitserziehung bereits abgeschlossen hat (in der Regel ab 4 Jahren), wiederholt Stuhl in die Unterhose macht, ohne körperliche Erkrankung als Ursache. Es ist häufiger als viele denken und kein Zeichen von schlechter Erziehung oder bösem Willen des Kindes.
Oft steckt eine Verstopfung dahinter: Der Darm ist überfüllt, und weicher Stuhl «läuft» am Hindernis vorbei, das Kind merkt es nicht oder kann es nicht kontrollieren. Manchmal sind auch psychische Belastungen beteiligt.
Wie sieht die Behandlung aus?
Die Behandlung von Enkopresis erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Kinderarzt oder der Kinderärztin. Mein Beitrag ist die verhaltenstherapeutische Begleitung:
- Psychoedukation: Kind und Eltern verstehen, was im Körper passiert, das nimmt Scham und Druck.
- Toilettentraining: Klare, positive Routinen rund um die Toilette, ohne Strafen, mit kleinen Belohnungen.
- Stressreduktion: Falls psychische Faktoren beteiligt sind, arbeiten wir daran.
- Elternarbeit: Wie reagieren Sie hilfreich? Wie vermeiden Sie Machtkämpfe rund ums Töpfchen?
Schämen Sie sich nicht, Hilfe zu suchen
Enkopresis ist ein Tabuthema, viele Familien warten lange, bevor sie professionelle Hilfe suchen. Dabei ist die Behandlung oft unkompliziert und sehr erfolgreich. Je früher man beginnt, desto besser.
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